Methoden - Glossar

Das gemeinsame Gespräch ist die Basis unserer Zusammenarbeit. Sie selbst und Ihre Themen stehen dabei ganz im Zentrum meiner Aufmerksamkeit.

Über Methoden, die darüber hinaus in unserer Zusammenarbeit wirksam werden können, finden Sie im Folgenden vertiefende Informationen:

 

 

Für alle hier aufgeführten Methoden und Übungswege gilt mein Qualitätsanspruch, die fundierte fachliche Ausbildung mit eigener praktischer Erfahrung zu verbinden.

Aufstellungen - jeder Anteil ist wirksam und sehnt sich nach Balance

 

Wenn Ihr Kopf nicht mehr weiter weiß, dann sind Aufstellungen eine erstaunlich effektive und effiziente Methode, bei der mithilfe von Stellvertreter_innen oder auch symbolischen Repräsentanten wie Figuren oder Gegenständen zwischenmenschliche Beziehungen, seelische Bindungen räumlich und symbolisch dargestellt werden können. Auch die Aufstellungen von Persönlichkeitsanteilen, von sogenannten inneren Teams, die eine wichtige Entscheidung unterstützen oder behindern, können anschaulich dargestellt werden.

Aufstellungen ermöglichen einen besonders intensiven Zugang zum inneren Erleben, drücken besonders intensiv Eigenschaften, Gefühle, Persönlichkeitsanteile aus, die in einer herausfordernden Situation oder auch in einem beruflichen Konfliktszenario wirksam sind. Diese Arbeit steht in der Tradition systemisch-darstellender Methoden wie Psychodrama, Familienskulptur und kreativer Methoden der Gestalt- und Hypnotherapie.

Aufstellungen unterstützen über ganz unmittelbare, bildhafte, räumliche und körperliche Wahrnehmung zu erkennen, wie sich (Verhaltens-) Alternativen auf einer tieferen Ebene anfühlen. Manchmal ist schon auf den ersten Blick und gewissermaßen wie in einem intakten oder in einem gestörten Ökosystem zu sehen und zu erkennen: Alles gehört dazu, jeder Anteil ist wirksam und sehnt sich nach Balance und einem stimmigen Platz in Ihrem Leben.

Aufstellungen ermöglichen Ihnen alles zu sehen, was gesehen werden möchte, wieder zu fühlen was gefühlt werden möchte, auszusprechen, was ausgesprochen werden möchte, wieder zu verbinden, was getrennt war und loszulassen, was Sie unfrei gemacht hat.

 

Personzentrierte Beratung und Gesprächstherapie

Der Personzentrierte Ansatz, der auf den amerikanischen Psychologen Carl Rogers (1902–1987) zurückgeht, ist eine Weiterentwicklung aus einer spezifischen Form der psychologischen Beratung und Psychotherapie, nämlich der Gesprächspsychotherapie.

Dieser weltweit verbreitete Ansatz gilt heute als eines der klassischen Beratungs- und Psychotherapieverfahren der humanistischen Psychologie und bildet das Fundament für vielfältige andere Methoden.

Es wird von der Überzeugung ausgegangen, dass der Mensch über ein ihm innewohnendes Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung und konstruktiven Gestaltung seines Lebens verfügt, welches sich in Begegnung von Person zu Person entfalten und verwirklichen kann.

Die Personzentrierte Psychotherapie und Beratung geht konsequent von den Erfahrungen und der Welt der Person aus, die als Experte für ihr Erleben gesehen wird. Die professionelle Hilfe durch Personzentrierte Psychotherapeuten oder Berater wird in einem Klima von Freiheit und Offenheit angeboten und durch Grundhaltungen begünstigt, die von bedingungsfreier Wertschätzung, Einfühlung und Echtheit (auch "Kongruenz") getragen sind.

So kann die persönliche Entwicklung der Person fördernd begleitet werden.

 

Der psychische Wachstumsprozess, der sich in und durch die Beziehungen zur Mitwelt vollzieht, ermöglicht es, mehr Vertrauen zu sich selbst zu gewinnen und sich zunehmend eigenverantwortlich entscheiden zu können.

Medium der Therapie oder Beratung sind das Gespräch und andere (körperliche, spielerische, kreative, künstlerische) Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten, die nur im Hinblick darauf zur Anwendung kommen, den Kontakt von Ratsuchenden zu sich selbst und zum Berater/ Coach/ Therapeuten zu fördern und existenzielle Begegnung zu ermöglichen.

Personzentrierte Arbeit findet in Form von Einzelgesprächen sowie als Paar-, Familien- und Gruppenberatung statt. Der Personzentrierte Ansatz in Coaching und Supervision wurde für alle typischen Settings (Einzelcoaching, Gruppen- und Teamsupervision) entwickelt.

Systemische Arbeit und Beratung - neue Lösungen entdecken

 

Virginia Satir (1916-1988) gilt als Mutter der Systemischen Beratung und Therapie.

Weniger die Analyse eines Problems als vielmehr die Erforschung und das Erreichen des gemeinsamen Ziels stehen im Vordergrund der ziel- und lösungsorientierten Systemischen Arbeit, Beratung und Therapie. Es geht daher weniger um „Rat“ im klassischen Sinne, sondern um das gemeinsame Entdecken von neuen Lösungen und Ressourcen. Probleme und Herausforderungen werden immer auch im sozialen Kontext gesehen und insbesondere auf Interaktionen z.B. zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt bezogen.

 

Systemischer Arbeit und Beratung kann Ihnen helfen, schädigende Verhaltensmuster bei sich selbst zu entdecken und aufzulösen. Das kann beispielsweise ein Muster von strengem Bewerten, von extremer Selbstbestätigung durch berufliche Leistung, ein liebloser Umgang mit sich selbst oder ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung von außen sein. Oft gelingt es, blockierende Glaubenssätze, die meist in der Kindheit gelernt wurden und manchmal sogar über Generationen hinweg delegiert oder „vererbt“ wurden, zu erkennen und aufzulösen. So kann es gelingen, in beruflichen, partnerschaftlichen, freundschaftlichen oder familiären Beziehungen, Wege neuen Verhaltens zu finden und einzuüben.

Achtsamkeitstraining – die Illusion von Kontrolle loslassen

 

Achtsamkeit ist eine erlernbare Haltung, die uns darin unterstützt, den Wechselfällen des Alltags mit größtmöglicher Offenheit und Unvoreingenommenheit zu begegnen. Zur Steigerung der Lebensqualität, Stärkung der Gesundheit und zur Stressbewältigung lässt sich Achtsamkeit systematisch erlernen.

 

Unser ständig geschäftiger Geist, der besonders in stressigen Zeiten immer neue und oft problematische Gedanken produziert, lässt sich mit der Oberfläche eines Meeres oder Sees vergleichen. Wie das Wasser durch Sturm und wechselnde Winde aufgewühlt und bewegt wird, so erzeugen auch die Herausforderungen und Veränderungen unseres Lebens in unserem Geist permanent Stress und neue Wellen.

Diese Winde und Wellen lassen sich nicht aufhalten, denn immer passiert etwas Neues in unserem Leben, entstehen neue Winde und Stürme, neue Wellen türmen sich auf. Letztlich gibt es das Feste nicht, nach dem sich unser Geist so sehr sehnt. Der Wunsch und die Idee von Kontrolle erweist sich immer aufs Neue als Illusion unseres Egos.

 

Doch zugleich hilft uns Stille, Achtsamkeit und Meditation etwas über das Wesen der Wellen zu lernen, mit Turbulenzen besser umzugehen und den Winden ihre teils zerstörerische Triebkraft zu entziehen. Es geht darum, den Geist zu beruhigen und das Leben immer genau so anzunehmen, wie es sich gerade zeigt. So können wir die Wellen zwar niemals aufhalten aber lernen „auf ihnen zu surfen“.

 

Meditation und ZEN - das Leben in seinem wahren Sein erfahren.

Meditation ist eine in vielen Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen kann sich der meist ständig geschäftige Geist beruhigen und sammeln. In östlichen Kulturen gilt traditionell die Meditation-,  in westlichen Wegen mehr die Kontemplation als grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung.

Die angestrebten Bewusstseinszustände werden, je nach Tradition, unterschiedlich und oft mit Begriffen wie der Erfahrung von Stille, Leere,  Eins-Sein, Nicht-Zwei-Sein, im-Hier-und-Jetzt-Sein oder frei-von-Gedanken-Sein beschrieben. 

Ein weit verbreiteter meditativer Weg ist Zen. Im Zen findet Achtsamkeit eine besonders tiefe Verwirklichung. Durch das stille Sitzen im Jetzt, das schlichte Verweilen mit dem, was gerade ist, ohne sofort etwas zu tun, durch das einfach nur Bewusst-Sein öffnet sich ein weiter Raum, in dem wir wieder in Kontakt kommen können mit dem, was wir von Anfang an waren.
Zen hat seinem Wesen nach nichts mit Religion zu tun. Es ist die nicht definierbare, nur vom Einzelnen selbst erfahrbare Wurzel des Seins. Es ist frei von Namen und Konzepten. Es ist die von vielen Weisen erfahrene und mit verschiedenen Namen versehene Urerfahrung des zeitlosen Soseins. Es ist das Erwachen zur immer und überall gegenwärtigen Erfahrung unseres wahren Wesens.

"Normalerweise träumen wir, wir sind in unseren Gedanken in der Vergangenheit und in der Zukunft. Wie in einem Schlafwagen mit heruntergezogenen Jalousien fahren wir durch das Leben. Aufwachen, die Jalousien hochziehen und das Leben in seinem wahren Sein bewusst zu erfahren - das lehrt Zen."

Doris Zölls - Myô-en An, Zen-Meisterin

 

EssenzCoaching® - Problemsituationen tief greifend auflösen

EssenzCoaching® wurde von Albert Pietzko in über 30 Jahren Beufserfahrung u.a. an der psychosomatischen Fachklinik Heiligenfeld/ Bad Kissingen und in seiner Tätigkeit als Unternehmenberater und Führungskräfte-Coach entwickelt.

EssenzCoaching® bearbeitet und zielt auf existenzielle Lebensthemen. Nur aus einem tiefen Verständnis der eigenen Existenz und der Beobachtung, wie sich das eigene Bewusstsein bildet und entwickelt, können Problemsituationen tief greifend aufgelöst werden. EssenzCoaching® verfolgt nicht die Ausdifferenzierung und Analyse einer Problemsituation (horizontale Dimension), sondern hinterfragt Probleme nach ihrer Seinsdimension (vertikale Dimension). Probleme können nur auf einer tieferen Schicht gelöst werden als der, auf der sie entstanden sind.

Interventionstechniken aus verschiedenen psychotherapeutischen Schulen und spirituellen Wegenfließen in diesen neuen Ansatz mit ein. Teil der Arbeit sind Übungen, die den Körper als Resonanzraum erforschen und einbeziehen. Selbstwahrnehmung und Selbstausdruck unterstützen den Prozess der Bewusstwerdung. Bewegung als nichtsprachlicher Ausdruck unserer körperlichen, emotionalen und kognitiven Zustände fördert die Entwicklung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Fähigkeit zu Empathie und Intuition. Im EssenzCoaching® können Gesten und Haltungen den Übergang von der horizontalen Dimension (Problemsituation) in die vertikale Dimension (Seinsdimension) unterstützen.

 

Körper- und entspannungstherapeutische Verfahren

Bei Körper- und entspannungstherapeutischen Verfahren werden Körperempfindungen in die Suche nach Quellen und Ursachen für persönliche Probleme einbezogen. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass jedes geistig-seelische Erleben mit herausforderndem Hintergrund körperlichen Reaktionen hervorruft (Angstschweiß, Beklemmung im Brustraum, Druck in der Magengegend, stockender Atem, weiche Knie, u. a.). Der Körper ist gewissermaßen ein Resonanzraum der Psyche und der Seele. Während die auslösenden Ereignisse oft vergessen oder verdrängt werden, bleiben die Körpersignale erhalten, so dass man sie fokussieren kann. Die körperlichen Empfindungen sind quasi der Pfad, auf dem man der Lösung des Problems näher kommt.

Z. B. kann im Focusing nach E. Gendlin die zunächst noch ungenaue Beschreibung einer Körperempfindung nach und nach immer treffender werden und zu einem „Felt Sense“, einem gefühlten Sinn werden. Dieser fließende Prozess kann immer regelmäßiger zu kleineren, körperlich spürbaren Erleichterungen  führen (Felt Shift = gefühlte Veränderung). Im Idealfall kann sich eine vollständige innere Entkrampfung einstellen (Body Shift), wenn Gewissheit über die Stimmigkeit der Zusammenhänge besteht. Gendlin vergleicht den Body Shift auch mit dem Einatmen frischer Luft, nachdem man einen stickigen Raum verlassen hat. Die durch Focusing wiederhergestellte Erinnerung lässt eine neue Sicht auf ein Problem zu, und eröffnet – oft schon während der Sitzung - Wege zur Lösung, die vorher blockiert waren.

Imaginative und bildhafte Verfahren

 

Imaginative Verfahren lassen - meist eingebettet in Entspannungsübungen-  innere Bilder entstehen, die oft einen ausgeprägten visionären oder wegweisenden Charakter haben können. Solche Vorstellungsübungen können auf vielfältige Weise und bildhaft gestaltet werden. Imaginationsverfahren oder imaginative Übungen bilden heute einen wesentlichen Bestandteil vieler Verfahren in der psychologischen Beratung, in der Psychotherapie und auch im EssenzCoaching®.

Außerdem können Imaginationsverfahren genutzt werden, um Ratsuchenden über die bildhafte innere Vorstellung eine Verhaltensänderung zu ermöglichen. Neuere Imaginationsverfahren basieren auf einer Art emotionaler Imagination, bei der zunächst bestimmte enge emotionale Muster aktiviert werden, die sich auf erlebte Episoden oder Ereignisse aus dem Leben einer ratsuchenden Person beziehen (z. B. "Ich bin in der Situation XY fast immer krankhaft  misstrauisch!"). Solche alten, sich immer wiederholenden Muster können durch die Imagination aufgelöst und durch neue Botschaften und Handlungsalternativen ersetzt werden.